Der Säure-Basen-Haushalt …
beschreibt das Verhältnis von Säuren und Basen im Körper. Dieses Gleichgewicht ist für eine gesunde Zellfunktion, enzymatische Prozesse und den Stoffwechsel von zentraler Bedeutung. Der Körper reguliert dieses Gleichgewicht über verschiedene Puffersysteme, um den pH-Wert im Blut konstant zu halten.
Was ist der pH-Wert?
Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Die Skala reicht von 0 bis 14:
- pH 0 - 6,9: sauer
- pH 7: neutral
- pH 7,1 - 14: basisch
Der menschlichen Körper benötigt verschiedene pH-Werte in unterschiedlichen Bereichen. So weist das Blut einen leicht basischen pH-Wert von etwa 7,35 bis 7,45 auf, während der Magen durch seine Magensäure einen pH-Wert von 1,5 bis 3,5 zeigt.
Was ist Übersäuerung?
Eine Azidose oder Übersäuerung ist immer dann gegeben, wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist, überschüssige Säuren abzubauen oder auszuscheiden. Sie kann akut oder chronisch auftreten:
- Akute Azidose wird meist durch schwere Krankheiten oder Stoffwechselstörungen verursacht und ist lebensbedrohlich.
- Chronische latente Azidose nennt man eine schleichende, oft nicht direkt wahrnehmbare Übersäuerung, die durch eine ungesunde Lebensweise begünstigt wird.
Ursachen und Auswirkungen einer Azidose
Dazu können unterschiediche Faktoren beitragen:
- Ungesunde Ernährung durch zu viel Konsum von Fleisch, Zucker, Weißmehl, Kaffee, Alkohol und/oder stark verarbeiteten Lebensmitteln fördert die Säurebildung.
- Mangel an basischen Lebensmitteln, da Gemüse, Obst, Kräuter und Nüsse viele basische Mineralstoffe enthalten.
- Stress, vor allem anhaltender Stress, führt zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol, die eine verstärkte Säureproduktion fördern.
- Bewegungsmangel durch fehlende körperliche Aktivität reduziert den Abtransport von Säuren über den Schweiß.
- Übermäßiger Sport mi exzessivem Training führt zu einer vermehrten Milchsäurebildung in den Muskeln.
- Toxine & Umweltbelastungen, d. h. Schadstoffe aus Luft, Wasser oder Nahrungsmitteln belasten den Körper zusätzlich.
Symptome
- Chronische Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Hautprobleme (z. B. Akne, Neurodermitis)
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Osteoporose (durch vermehrten Kalziumabbau zur Neutralisation der Säuren)
- Verdauungsprobleme
Wie reagiert der Körper auf eine Übersäuerung?
Dank verschiedener Puffersysteme kann der Körper den pH-Wert stabil halten. Dazu gehören
- Bicarbonat-Puffer (wichtigstes System im Blut): Kohlensäure wird in Kohlendioxid und Wasser umgewandelt und über die Lunge ausgeschieden.
- Protein-Puffer (z. B. Hämoglobin in den roten Blutkörperchen) bindet überschüssige Säuren.
- Nierenfunktion: Die Nieren scheiden Säuren in Form von Ammoniumionen aus und reabsorbieren Bicarbonat.
- Mineralstoffdepots: Bei anhaltender Übersäuerung greift der Körper auf Mineralstoffe wie Kalzium (aus den Knochen) oder Magnesium (aus Muskeln und Gewebe) zurück.
Stress als Verstärker
Die Stresshormone Cortisol und Adrenalin fördern die Säurebildung und hemmen gleichzeitig die Ausscheidung über die Nieren. Zudem beeinflusst vor allem chronischer Stress die Darmflora negativ, was den Abbau und die Ausscheidung von Säuren weiter erschwert.
Den Körper entsäuern
Zur nachhaltigen Entsäuerung des Körpers bieten sich eine Vielzahl von Möglichkeiten an. Unter anderem zählen dazu:
Basenreiche Ernährung durch
- mehr Gemüse und Obst (besonders basenbildend: Spinat, Brokkoli, Avocado, Kartoffeln, Bananen, Mandeln)
- Reduzierung von Fleisch, Zucker, Weißmehlprodukten und Alkohol
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von stillem Wasser oder Kräutertees
Natürliche Entsäuerungsmethoden sind
- Zitronenwasser am Morgen, denn es unterstützt den Stoffwechsel und fördert die Basenbildung.
- Natron, 1 TL aufgelöst in Wasser kann kurzfristig helfen, den pH-Wert auszugleichen.
- Basenbäder unterstützen die Haut als Ausscheidungsorgan.
- Schüßler-Salze (Nr. 9 - Natrium phosphoricum) unterstützt den Säureabbau.
Bewegung & Sport
- Moderate Bewegung wie Spaziergänge, Yoga oder leichtes Krafttraining fördert die Säureausscheidung über Schweiß und Atem.
- Allerdings sollten ntensive Sportarten mit ausreichender Erholung kombiniert werden.
Stressreduktion gelingt mit
- Meditation, Atemübungen und autogenem Training, welche die Stresshormone reduzieren .
- Ausreichend Schlaf und bewusste Pausen helfen dem Körper ebenfalls, sich zu regenerieren.
Darmgesundheit fördern
- Präbiotische und probiotische Lebensmittel (z. B. Sauerkraut, Kefir, Kimchi) unterstützen eine gesunde Darmflora, die Säuren effizient abbauen kann.
Resümee
Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist wichtig für die Gesundheit. Eine bewusste Lebensweise mit basenreicher Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Stressbewältigung hilft, eine schleichende Übersäuerung zu vermeiden. Durch gezielte Entsäuerungsmaßnahmen kann der Körper entlastet und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden.
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